Käserei

Über die vielen handgefertigten Käse werde ich später berichten, denn in der Käserei werden alle Arbeiten an den direkt vermarkteten Produkte erledigt. Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch werden abgefüllt und pasteurisiert, Sahne und Magermilch gewonnen, Joghurt, Quark und Frischkäse zubereitet. Die Butter wird in Formen gestrichen. Alles ist Handarbeit. Die auswärts geschlachteten Tiere des Hofes werden zerlegt und portioniert.

An meinem Vor- und Nachmittag sind Bestellungen vorzubereiten. Mir obliegt das Bearbeiten des im Glas gereiften Joghurts. Dieser wird ggf. mit verschiedenen Fruchtzubereitungen ergänzt, in den Vakuumierer gestellt und im Anschluss im heftig kalten Kühlraum verräumt.

Am nächsten Tag geht es gleich weiter in der Käserei: Eimer reinigen. Etiketten schneiden. Milchflaschen zur Abfüllung vorbereiten. Fünf Leute wuseln durch die Räume der kleinen Käserei. Jeder ist mit irgendwas beschäftigt. Milch abfüllen und in den Pasteurisierer stellen, Butter in Formen streichen, weitere Joghurtgläser vakuumieren. Die Chefin widmet sich der Käseherstellung. Heute werden Meckorino und Bergkäse aus Schaf- und Ziegenmilch sowie Hirtentaler, eine Art Camembert aus Schafmilch gekäst. Die Masse für den Meckorino darf ich aus der Molke schöpfen. Der Käsekessel ist groß genug für ein Vollbad, jetzt bloß nicht die Balance verlieren und kopfüber in den Käse stürzen! Als der Käse in seinen Formen abtropft, schleppe ich die Molkeeimer zu den draußen bereitstehenden Schweinefässern.

Dann habe ich den Verkaufswagen für seinen nächsten Einsatz in Ordnung zu bringen. Für die folgende Pause bin ich dankbar, denn die Arbeit in der Käserei ist zwar körperlich nicht so anstrengend wie der Außendienst im Stall, aber jede Menge Input, auch zum Gebrauch der diversen Maschinen und Gerätschaften sowie Parallelarbeiten fordern Aufmerksamkeit und kosten Energie. Dazu das ungewohnte auf den Beinen sein. Ich erinnere mich, dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind und ergebe mich in mein Schicksal, wieder und wieder die Spülmaschine zu leeren und zu bestücken, zu reinigen, Eimer zu stapeln. Und immer wieder darauf zu achten, peinlich sauber zu arbeiten und keinen Eimer mit Bodenberührung auf die Arbeitsflächen zu stellen.

Später zentrifugieren wir Milch und trennen so den Rahm. Aus der dadurch entstehenden Magermilch wird ein Joghurt angesetzt.

Zum Feierabend merke ich, dass es mir trotz aller körperlichen Anstrengungen besser geht als nach einem Bürotag.

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